UNGEMUETLICH VI - VII
  Berlin - Korea  /  2019 - 2020   /  performance - art - event


CONCEPT - KONZEPT - 개념


CONCEPT

UNGEMÜTLICH VI – Performance Art Event

Confronted with the globally networked, increasingly complex world all around us, the Cold War as it persists in the relationship between North and South Korea seems to be an anachronism and Korea the Gaulish village that bravely puts up resistance to its Roman-occupied surroundings. This resistance is inspired by the phantasm of remaining in simpler, less complex structures—or of being able to return to them again. Since, particularly today, the convenient East-West or North-South of those days has once again become popular with unrealistic, nostalgic individuals who find borders, walls, and lines of demarcation appealing — from Trump’s Mexico fence to the Frontex fantasy, or the possible sealing off of Europe to the outside, like an insect trapped in amber. The times when solidarity and reunification were popular around the globe and the majority supported an open world are over for the time being. Thirty years after the fall of the Berlin wall, the divided Korea is increasingly impressing conservative agitators with a political black-and-white way of thinking as a fossil disconnected from the present, which prompts restorative dreams of a manageable, dichotomously ordered construct of the world — here the good, there the bad — and keeps alive a sense of belief in the possibility of being able to permanently shift the global political dynamite produced in the center to the periphery and deposit it there: Korea — the final repository for the Cold War.

The recent past is reflected in the experiences of the fragile, fractured individual: the Cold War hindered the cross-border encounters that are common today, put ideological blinkers on freedom in the West, and became fixed not only in people’s minds, but also in the reality far away from Europe, and cost the lives of innumerable people there, ruined biographies, and tore people apart. When this year’s edition of the performance art event Ungemütlich focuses on an exchange of thoughts and culture between Korea and Germany in the thirtieth year after the fall of the Berlin wall, subjective mental states in Germany and North and South Korea are thus — in sharp contrast to the customary political masquerade — supposed to come to the fore and enter into dialogue, inliving bodies in which the violence of political circumstances have inscribed and continue to inscribe traces, here as well as there. These traces must be exposed.

The performance art event Ungemütlich is now taking place for the sixth time, with the aim of putting into practice and reflecting on general concepts of corporeality, empathy, and topicality, each time at a specific venue with its particular spatial and technical limitations — as well as its possibilities. The communication of the individual performers with themselves, other artists, performances, the audience, and the venue thus produces a spatiotemporal context that, with its event character, generates an auratic here and now, open for participation, exchange, and broadening horizons. With its interdisciplinary character, the event brings together visual art, performance, dance, music, video art, and poetry, as well as participants with diverse cultural andartistic backgrounds. This at times leads to frictions, gives rise to unavoidability, but also topotentials and respect, indeed forces people to confront their own personal boundaries: “When little space remains for the many, when proximity provokes, when the insistence of the onedisplaces others, things then become uncomfortable.” While an atmosphere of comfort, peace, and acceptance leads people to sit back and relax, as if all questions have been answered, all problems solved, the “Ungemütliche” (an atmosphere of discomfort) produces inner as well as outer unrest, provides creative stimuli, and hence inspires.

In 2019, the festival is taking place at the Forum Factory, an event location in Berlin-Kreuzberg,and is dedicated to the Cold War, which in Germany has been the partially digested past for thirty years, but in Korea is still the conflict-ridden present. Demarcation, friction or even conflict, hopelessness, isolation, fear: these are the experiences not only on the political stage, but also ofthe individual body and its day-to-day as well as stylized performances. Entirely in line with the concept of the festival, the examination of the Cold War in its far-reaching, historical German and still current Korean form promises an uncomfortable, but inspiring confrontation that, with respect to ideology, rejects both the local reunification euphoria and the neurotic convulsions of Korean-Korean political relations.

concept by Frédéric Krauke  -  Text by Stefan Höppe  -  English translation by Amy Klement


KONZEPT

UNGEMÜTLICH VI – Performance -Art- Event

Angesichts einer global vernetzten, komplexer gewordenen Welt drumherum erscheint der Kalte Krieg, wie er im Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea weiterhin fortbesteht, als ein Anachronismus und Korea wie jenes gallische Dorf, das seiner römisch besetzten Umwelt tapfer Widerstand leistet. Beseelt wird dieser Widerstand von dem Phantasma, in einfacheren, weniger komplexen Strukturen verbleiben – oder wieder in solche zuruckkehren zu können. Denn das bequeme Ost-West oder Nord-Süd von anno dazumal findet gerade heute wieder Zuspruch bei weltfremden Nostalgikern, denen nach neuen Grenzen, Mauern, Demarkationslinien der Sinn steht – von Trumps Mexiko-Zaun bis zu dem Frontex-Hirngespinst, es lasse sich Europa nach außen hin abschotten wie ein in Bernstein eingefasstes Insekt. Die Zeiten, als Schulterschluss und Wiedervereinigung international hoch im Kurs standen, eine offene Welt mehrheitsfähig war, sind vorläufig vorbei. 30 Jahre nach dem Mauerfall imponiert das geteilte Korea konservativen Agitatoren eines politischen Schwarzweißdenkens zunehmend als ein der Jetztzeit entrücktes Fossil, das zu restaurativen Träumen von einem übersichtlichen, dichotomisch geordneten Weltgefüge einlädt - hier die Guten, dort die Bösen - und ein Überzeugtsein wachhält von der Möglichkeit, den im Zentrum hergestellten globalen politischen Sprengstoff auf Dauer in die Peripherie abschieben und dort endlagern zu können:  Korea – eine Art Endlager des Kalten Krieges.

Ganz anders stellt sich die jüngste Vergangenheit dem Erfahrungshorizont des fragilen, gebrochenen Individuums dar: Der Kalte Krieg hat grenzüberschreitende Begegnung, die heute gang und gäbe ist, erschwert, im Westen der Freiheit ideologische Scheuklappen angelegt und sich nicht nur in den Köpfen festgesetzt, sondern fern von Europa auch in der Realität und dort zahllosen Menschen das Leben gekostet, er hat Biographien verunstaltet und Familien auseinandergerissen. Wenn die diesjährige Ausgabe der Performance-Kunst-Veranstaltung „Ungemütlich“ im 30. Jahr nach dem Fall der Mauer einen koreanisch-deutschen Gedanken- und Kulturaustausch ins Zentrum stellt, so sollen dabei – in scharfem Kontrast zu den üblichen politischen Maskenspielen – subjektive Befindlichkeiten in Deutschland/ Nord-/ Sudkorea an die Oberfläche und in einen Dialog treten, lebendige Körper, denen die Gewalt der politischen Verhältnisse Spuren eingeschrieben hat und einschreibt, hier wie dort. Diese Spuren gilt es freizulegen.

Die Performance-Kunst-Veranstaltung „Ungemütlich“ findet mittlerweile zum sechsten Mal statt mit dem Ziel, allgemeine Konzepte von Körperlichkeit, Empathie und Aktualität jedes Mal auf einen spezifischen Veranstaltungsort und seine räumlichen wie technischen Beschränkungen – aber auch Möglichkeiten – hin konkret werden zu lassen und zu reflektieren. Dabei ergibt die Kommunikation der einzelnen PerformerInnen jeweils mit sich, den anderen KünstlerInnen, Performances, dem Publikum und dem Veranstaltungsort einen raumzeitlichen Zusammenhang, der in seinem Ereignischarakter ein auratisches Hier und Jetzt erzeugt, offen für Teilhabe, Austausch und Horizonterweiterung. Interdisziplinär angelegt, lässt die Veranstaltung Bildende Kunst, Performance, Tanz, Musik, Videokunst und Poesie aufeinandertreffen, desgleichen Akteure diverser kultureller und künstlerischer Herkunft. Das führt bisweilen zu Reibungen, schafft Unausweichlichkeit, aber auch Potenziale und Respekt, ja zwingt dazu, sich mit den eigenen Grenzen auseinanderzusetzen: „Wenn nur noch wenig Raum fur viele bleibt, wenn Nähe Reaktion provoziert, wenn der Drang des einen den anderen verdrängt, dann wird es ungemütlich.“ Während die Gemütlichkeit dazu verführt, sich bequem zurückzulehnen, als seien alle Fragen beantwortet, alle Probleme gelöst, erzeugt das Ungemütliche eine innere wie äußere Unruhe, setzt kreative Impulse frei und wirkt dadurch inspirierend.

2019 ereignet sich das Festival in der Kreuzberger Event-Location Forum Factory und widmet sich dem Kalten Krieg, der in Deutschland seit 30 Jahren teilverdaute Vergangenheit und in Korea weiterhin konfliktträchtige Gegenwart ist. Abgrenzung, Reibung bis hin zum Kampf, Ausweglosigkeit, Isolation, Angst: Das sind Erfahrungen nicht nur auf der politischen Bühne, sondern auch auf der des individuellen Körpers und seiner alltäglichen wie stilisierten
Performances. Ganz dem Festival-Konzept gemäß, verspricht die Auseinandersetzung mit dem Kalten Krieg in seiner weitgehend historischen deutschen und seiner noch aktuellen koreanischen Gestalt eine ungemütliche, aber inspirierende Konfrontation, die sich ideologisch der hiesigen Wiedervereinigungseuphorie ebenso verweigern wird wie den neurotischen Zuckungen der koreanisch-koreanischen politischen Beziehungen.

Konzept von Frédéric Krauke - Text von Stefan Höppe - Englische Übersetzung von Amy Klement


개념

우리를 둘러싼 국제적인 네트워크와 급격히 복잡해진 세상을 마주했음에도 불구하고 , 북한과 한국 사이의 관계에서 지속되고 있는 냉전을 보고 있자면 마치 로마에 점령당한 고대 프랑스 마을이 용감하게 저항을 표하고 있던 것과 같이 현 시대와 맞지 않는 것으로 보인다. 이러한 저항은 단순하고 덜 복잡한 구조들에 대한 환상 또는 과거의 자신들로 회귀할 수 있다고 믿는 환상에 의해 영향을 받는다 . 오늘날 , 트럼프의 멕시코 장벽에서부터 프론텍스에 대한 환상, 외부세력으로부터 점차 유럽을 봉쇄하려는 가능성까지 다시 국경과 벽, 경계, 선들이 매력적이라고 느끼는 향수에 빠진 개인들에 의해서 예전처럼 동과 서 , 또는 남과 북의 편리하게 구분 짓는 것이 다시 호응을 얻고 있다 이는 마치 호박 안에 갇힌 벌레들과 같다. 이로써 유대감과 재결합이 세계적으로 호응 받고 다수 가 열린 세상을 지지하던 시대는 영원히 막을 내린 듯하다 . 베를린 장벽이 무너진 후 30 년이 지난 오늘 날 , 분단된 한반도는 냉전의 마지막 보고로써 점점 더 현실과 괴리된 화석과 같은 정치적 흑백 논리를 가진 보수적 인 선동가의 인상을 준다. 이는 다루기 쉬운 이분법적으로 정렬된 세상의 선과 악 구축에 대한 회상적 꿈을 일으키고 세계의 정치적 폭약이 주변부로 영원히 이동 가능하며 최후의 보고가 될 수 있다는 가능성에 대한 믿음을 지속하게 한다.  가까운 과거는 연약하고 균열된 개개인들의 경험 층위를 나타낸다. 오늘날 냉전은 일상적인 경계 를 넘어서는 만남을 저지하고 있으며 서구에는 자유에 대한 이념적 눈가리개를 만들고 , 이로써 사람들의 정신 만이 아니라 유럽과 멀리 떨어진 현실에도 뿌리를 내렸다 그리고 이는 그곳의 수없이 많은 사람들의 생명을 희생하였으며 그들의 삶을 파괴하고 그들 사이를 갈라 놓았다.

올 해 공연예술 행사 불편한 기운은 베를린 장벽 붕괴 30 년을 맞이하여 한반도와 독일 간의 사상과 문화 교류에 초점을 맞추고 있 다 이는 관행적 인 정치적 가 식 과는 크게 대비되며 , 독일 , 한국 북한 이 가진 주체적 심적 상태가 표면화되고 이야기되어야 하며 살아있는 몸에 정치적인 관계의 폭력들 이 기록되 어야 하며 여기저기에 계속해서 흔적들 은 새겨져야 한다. 이러한 흔적들은 노출되 어져야만 한다.


불편한 기운은 육체성과 공감 , 시사성 의 일반적 개념에 대해 고찰하며 더불어 매번 특정 장소의 공간적이고 기술적 한계와 가능성을 반영하는 공연예술행사로 올해로 여섯 번째 를 맞이한다 . 각각의 공연자가 다른 예술가 퍼포먼스 , 관객과 더불어 이 행사의 특성에 맞게 공간한정적 맥락을 생산하는 전시 공간 간에 이뤄내는 소통은 현재와 지금 , 열린 참여 , 교환 , 그리고 공감대를 넓히는 아우라를 만들어낸다 . 다학제적 성격을 가진 이번 행사는 시각예술 , 공연, 춤 , 음악 , 비디오 아트 , 시 뿐만 아니라 다양한 문화 예술적 배경을 갖고 있는 참여 예술가들을 모두 한 자리 에 모으고자 한다. 이러한 시도는 때때로 마찰로 이어질 수 있으며 , 불가피한 상황 을 일으킬 수도 있지만 그와 동시에 잠재력과 존중을 야기할 수도 있으며, 때로는 실제로 사람들이 자신의 개인적 한계를 마주하게끔 하기도 한다 : 다수를 위해 매우 적은 공간이 남았을 때 , 근접성이 야기될 때 , 누군가가 다른 이들을 배제시킬 때 , 때때로 그 것은 불편해지기도 한다 .” 편안함 과 평화 수용의 기운이 사람들을 안정시키며 , 이는 마치 모든 질문들의 답이 이루어진 것 같고 , 모든 문제들이 해결된 것 같아 사람들을 느긋하게 하지만 , 불편한 기운 (Ungemütlich)” 은 내적 외적 불안감을 생산하며 , 창조적인 자극 과 영감을 제공한다.

2019 년 , 이 행사 는 베를린 크로이츠 베르크 Kreuzberg)에 자리잡고 있는 포럼 팩토리 (Forum Factory) 에서 개최되며 이는 독일이 지난 30 년 동안 불완전하지만 극복하고 있는 과거 이자 한반도 에게는 여전히 대치 중인 현재인 냉전을 위해 헌정된다. 경계 , 마찰 , 심지어 갈등 , 절망 , 고립 , 두려움과 같은 경험들은 정치계 뿐만 아니라 , 개인의 육체 , 그리고 일상적이고 양식화 된 퍼포먼스를 통해서도 드러난다. 이번 축제 의 개념에 입각하여 , 역사인 독일 과 현재형 한반도까지 냉전에 대한 광범위한 반성은 불편하지만 이념에 대한 존중과 함께 국지적 통일 희열과 한반도의 정치적 관계 의 신경적 경련 을 거부하는 정면 대결을 고무시킨다.


컨셉: 프레데릭 크라우케 (Frédéric Krauke )
구성: 스테판 호페 (Stefan Höppe)
영어 번역: 에이미 클레멘트 (Amy Klement)
한국어번역: 한지애 (Jiae Han)
편집/감수: 이주하  (Juha Lee)